E-Commerce 2.0 – Teil 2: Mass Customization
In unserer Serie “E-Commerce 2.0″ stellen wir Ihnen aktuelle und innovative Shopping-Konzepte vor, die das “Web 2.0″ hervorgebracht hat.
Im ersten Teil habe ich das Thema Live-Shopping vorgestellt. Mittlerweile hat sich der Anbieter guut.de vom ursprünglichen Konzept verabschiedet und präsentiert sich nun als Schnäppchen-Portal. Mehrere tagesaktuelle Produkte und Werbung haben Einzug gefunden in ein vormals vorbildliches Live-Shopping Portal.
Heute möchte ich Ihnen ein sehr spannendes Konzept vorstellen, welches uns in den nächsten Jahren noch sehr oft begegnen wird.
Mass Customization oder: Jeder kocht sein eigenes Süppchen
“Kundenindividuelle Massenproduktion” findet man in der Wikipedia als deutsche Übersetzung für Mass Customization. Die Bezeichnung erfasst weder im Englischen, noch im Deutschen, treffend genug das Innovations-Potential welches dieses Konzept bietet:
Kunden haben die Möglichkeit sich Produkte selber zusammenzustellen, individuellen Geschmack und Gestaltungswünsche einfließen zu lassen.
Dieses Konzept ist mir zum ersten Mal beim T-Shirt Händler Spreadshirt begegnet. Anfang 2002 gestartet, boten sich dort neue Möglichkeiten der Online-Bestellung. Man konnte sich nun sein individuelles T-Shirt online zusammenstellen und bedrucken lassen. Mit einer einfachen Software zur Online-Gestaltung, ist dies auch für Laien möglich, die sonst weniger mit Gestaltung zu tun haben.
Das macht mir, als Endkunden, Spaß und gibt mir die Möglichkeit Produkte zu kaufen die nicht “von der Stange” sind. Ich kann meine Persönlichkeit, oder die von zu beschenkenden Freunden, einfließen lassen.
Der Händler hat natürlich auch etwas davon: Es wird immer nur soviel produziert, wie auch bestellt wird. Man spart sich Lagerhaltungskosten und “Ladenhüter”. Außerdem kann man durch die Individualisierung höhere Preise erzielen. In diesem, relativ jungen Bereich, kann man sich auch noch sehr gut als Innovationsführer positionieren, wenn man der Erste ist, der in einem neuen Segment “individuelle Massenfertigung” anbietet. Die Aufmerksamkeit ist fast garantiert.
Eine wichtige rechtliche Rahmenbedingung darf man auch nicht vergessen: Für auf Kundenwunsch gefertigte Produkte gilt kein 14-tägiges Rückgaberecht (FernabsatzG §3, 2.1). Retouren beschränken sich also auf Produkte mit Mängeln. Das senkt Kosten und Aufwand in der Logistik.
Zum Stöbern: Eine Auswahl
Mittlerweile gibt es im Netz diverse interessante Angebote, die sich auch meist erfolgreich etablieren.
Hier eine kleine Auswahl:
- MyMuesli
Seit 2007, Sitz in Passau - Chocri
Seit 2008, Sitz in Berlin - Saftfabrik
Seit 2009, Sitz in Berlin - Sonntagmorgen
Seit 2008, Sitz in Münster - BerrStickr
Seit 2008, Sitz in Waiblingen - RapidObject – Leipzig
- MyParfuem
Seit 2008, Sitz in Berlin
Den Trend greifen im Übrigen auch etablierte Hersteller auf und bieten bekannte Produkte an, die auf Kundenwunsch angepasst werden:
Eine stets aktualisierte Übersicht findet man auf den Seiten von MilkOrSugar.
Ich hoffe ich konnte Ihnen dieses spannende Konzept gut illustrieren und Sie haben Spaß beim Stöbern in den diversen Shops.
Entdecken Sie im nächsten Teil weitere interessante Entwicklungen aus dem E-Commerce 2.0…

E-Commerce Geschichte, E-Commerce Trends 11 September, 2009
Tags:beispiele, e-commerce 2.0, FernabsatzG, individuelle produkte, mass customization, online shops
Ein Kommentar zum Thema “E-Commerce 2.0 – Teil 2: Mass Customization”
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11 September 2009 um 17:03 Uhr
Sehr schöner Artikel zum Thema Mass Customization! Aber Nike hat den Trend nicht nur aufgegriffen, sondern selbst gefördert! Soweit ich weiß, gibt es das NikeID Tool schon seit 1999. Damit waren sie einer der ersten Firmen überhaupt, die ein solches Mass Customization Tool angeboten haben.
Bezüglich des Widerrufsrechts ist zu sagen, dass einige Anbieter durchaus Kulanz zeigen. Spreadshirt hat beispielsweise eine entsprechende Passage in den AGBs.