Preise hoch, aber dann überall gleichzeitig bitte!

Folgender Sachverhalt erhitzt die Gemüter:

Ein Shopbetreiber erhöhte den Preis für seine im Shop angebotene Kaffeemaschine von 550 Euro auf 587 Euro. In einer Preissuchmaschine, in welcher der Händler gelistet war, blieb der Preis jedoch noch 20 Stunden auf dem alten, niedrigeren Niveau. Ein Wettbewerber sah das als wettbewerbswidrig an.

Der  BGH gab ihm am 11.03.2010 in seiner Entscheidung  (AZ: I ZR 123/08) recht.

“Der durchschnittlich informierte Nutzer eines Preisvergleichsportals verbindet mit den ihm dort präsentierten Informationsangeboten regelmäßig die Erwartung einer höchstmöglichen Aktualität.

Zwar sind Verbraucher heute mit den Besonderheiten des Internets und damit auch mit dessen technischen Grenzen weitgehend vertraut. Sie gehen aber davon aus, dass die in einer Preissuchmaschine angebotenen Waren zu dem dort angegebenen Preis erworben werden können, und rechnen nicht damit, dass die dort angegebenen Preise aufgrund von Preiserhöhungen, die in der Suchmaschine noch nicht berücksichtigt sind, bereits überholt sind.”

Darüber hinaus, sei es dem Händler zuzumuten die Preise für Produkte, für die er in einer Preissuchmaschine wirbt, erst dann umzustellen, wenn die Änderung in der Suchmaschine angezeigt wird.

Frage ist nur, wie soll der Shopbetreiber dieser Pflicht nachkommen, wenn er zB. in mehreren Preissuchmaschinen gelistet ist, die sich zu unterschiedlichen Zeiten aktualisieren?

Ein bißchen weltfremd, oder?

Was sagen Sie dazu, stimmen Sie hier ab.


plembke
Autor: Pia Lembke
Allgemein, Online Recht, Web-Technologien
Kein Kommentar »

Abmahngefahr durch fehlende Versandkosten in Google Produktsuche

Der BGH entschied am 16.07., daß in Preissuchmaschinen zu jedem Produkt auch Versandkosten angegeben werden müssen.
Begründet wird dies mit der möglichen Irreführung des Verbrauchers beim Vergleich von Händlern und Angeboten:

Online-Händler berechnen teilweise sehr unterschiedliche Versandkosten. Die Anlieferung einer Waschmaschine kann durchaus zehn bis 15 Prozent des Produktpreises ausmachen. Da kann ein Preisranking ohne diese Angaben Kunden also in die Irre führen.

Nur zwei Wochen später sind daraufhin die ersten Abmahnungen bei Shop-Betreibern eingegangen, welche bei der Google Produktsuche gelistet sind.

Bisher konnten Shop-Betreiber darauf nicht reagieren, da die Schnittstelle von Google kein Feld für Versandkosteninformationen bereitstellte.

Heute hat Google nun bekanntgegeben, daß ab sofort neue Felder für die Übermittlung der Versandkosten bereitgestellt werden.
Google teilt ferner mit, daß diese noch nicht angezeigt werden, empfiehlt bis dahin aber eine Anpassung der Datenexporte und eine Bereitstellung der Versandkosteninformationen.

Wir haben selbstverständlich alle unsere Kunden informiert und empfehlen dringendst eine Anpassung.
Der standardmäßig in unserer Shop-Software enthaltene Export zur Google Produktsuche wird in den nächsten Tagen dahingehend angepasst.


igalvezgil
Autor: Israel Galvez Gil
Allgemein, Online Recht
1 Kommentar »

Und plötzlich Unternehmer?

Wir haben es fast alle schon mal gemacht: bei Ebay verkauft!

Es macht nicht nur Spaß, sondern bessert auch die Haushaltskasse hier und da wieder auf. Aber vorsichtig, denn dieser Wochenendspaß kann schnell sein Ende finden, dann nämlich, wenn man sich auf einmal mit einer wettbewerbsrechtlichen Abmahnung konfrontiert sieht. Die Frage dreht sich dann darum, ob man privat oder gewerblich verkauft. Daran sind dann wiederum unterschiedliche Rechstfolgen geknüpft.

Aber ich habe doch nur die Babyklamotten verkauft, die meiner Tochter nicht mehr passen!!!

Dagegen spricht ja auch erstmal nichts, aber es kommt drauf an… Und zwar darauf, ob man tatsächlich privater Verkäufer ist. Also, ist der Verkäufer ein Verbraucher im Sinne des § 13 BGB oder ein Unternehmer im Sinne des § 14 BGB? Weiterlesen »


plembke
Autor: Pia Lembke
Online Recht
Kein Kommentar »

 
Wordpress Themes by Mobile Themes / Jim / Übersetzt ins Deutsche von Pascal Senn